Wissenswertes zum Kormoran

 © H. Günter Hoffmann

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo sinensis) wird sicher nicht der Lieblingsvogel der Angler und Fischer, was seinem großen Appetit auf Fische aller Art zu verdanken ist. Zudem hat er sich in den letzten Jahrzehnten auch in unseren Regionen sehr stark verbreitet und ist an unseren Gewässern immer häufiger anzutreffen. Das mittlerweile riesige Verbreitungsgebiet umfasst fast ganz Europa, Asien und Afrika. Die größten Brutkolonien liegen hauptsächlich an Küsten und großen Gewässern, wie der Lebensraum der Kormorane insgesamt an Wasser gebunden ist. Kormorane haben eine durchschnittliche Größe von 75 bis 95cm und erreichen Flügelspannweiten bis 150cm -  wobei die Männchen größer und schwerer werden als die Weibchen.

 

Kormorane sind sehr gute Taucher, die dabei Fische mit ihrem hakig gebogenen Schnabel ergreifen. Die Füße des Kormoran sind vierzehig und mit Schwimmhäuten versehen, so können sie unter Wasser erhebliche Geschwindigkeiten erreichen. Sie tauchen bis zu 90 Sekunden lang und erreichen dabei Tauchtiefen von 20 bis 30m.

 

Da das Gefieder  - bei der bei uns heimischen Art ist es schwarz und glänzt im Sonnenlicht metallisch grün bis bläulich - im Gegensatz zu anderen Wasservögeln nass wird, nehmen die Kormorane nach dem Tauchen die charakteristische Trockenhaltung ein. Dabei lässt er sein mit Wasser vollgesogenes Gefieder von Wind und Sonne trocknen – ein einzigartiges Verhalten in der Vogelwelt.

 

Der Nahrungsbedarf eines ausgewachsenen Kormoran liegt bei bis zu. 500 Gramm / Tag. Weitere Fischverluste gibt es durch angebissene / verletzte Fische. Da Kormoran-Kolonien erheblichen wirtschaftlichen Schaden an Fischgewässern anrichten, wurde er seit jeher vom Menschen verfolgt. Dort wo sich große Nistkolonien ansiedeln, sterben auch die Nistbäume wegen des scharfen Kots in kurzer Zeit ab. Der stark ätzenden Harnsäure-Kot der Kormorane ist ist meist das Todesurteil für die Pflanzen und belastet zudem auch die Gewässer ...

 

Der Kormoran hat zu heftigen Diskussionen zwischen Fischern / Anglern und Naturschutzverbänden geführt. Die einen sehen in ihm eine Plage für Angler und Fischer, die anderen eine zu schützende Vogelart. Diese gegensätzlichen Standpunkte sind auch bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2010 aufeinander geprallt und scheinen bis heute unvereinbar ...

 

Man schätzt die westeuropäische Population des Kormorans auf über 700 000 Brutvögel, die Gesamtzahl der Kormorane auf über 2 Millionen. Gleichzeitig ist der Kormoran jedoch weiterhin durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Mehrere Bundesländer haben inzwischen Verordnungen zum Vergrämen der Kormorane erlassen, diese Handlungsmöglichkeiten der Länder können das Kormoranproblem jedoch bei weitem nicht lösen, dazu wäre eine europäische Initiative erforderlich. 

 

Gruß und Petri Heil H. Günter